Barkenrudern auf der Elbe

Im Oktober von Bad Schandau nach Riesa

von

13 Jenaer RudererInnen machten sich am Freitag auf den Weg nach Radebeul ins dortige Bootshaus. Hier sollte das Basislager für eine zweitägigie Ruderfahrt entlang der südlichen Elbe aufgeschlagen werden.

Übernachten im Bootshaus - oder im Zelt

Zehn der Anreisenden hatten komfortable Schlafmöglichkeiten im Bootshaus gebucht. Uns selbst machten die stürmischen Böen einen Strich durch die Rechnung, unseren beheizten Wohnwagen mitzunehmen, damit wir es nicht so kalt in der Nacht haben. Da wir jedoch hart im Nehmen sind, haben wir uns kurzfristig für Zelt und Isomatte entschieden.

Mit der Bahn zum Startpunkt in Bad Schandau

Gemäß dem Motto „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“ mussten wir am Samstag sehr früh aus den Betten. Die Männer wurden vom Taxifahrer zusammen mit der Barke im Schlepptau nach Bad Schandau gefahren. Sie sollten diese dort schon mal abladen und aufbauen, während die Mädels in der Bahn von Jendro in Empfang genommen wurden und nachkamen. Es gab auf der Zugfahrt nach Bad Schandau schon einiges zu sehen – die Friedenskirche von Dresden, verschiedene Weinberge und Schlösser. Und zu guter Letzt war den Zugreisenden auch eine Überfahrt mit der Fähre zum Startpunkt der Tour vergönnt. Da die Fähre noch nicht da war, hielt uns Jendro mit einer musikalisch-sportlichen Einlage von „Laurentia, liebe Laurentia mein“ und Kniebeugen warm. Danke an dieser Stelle für den Ohrwurm.

Durch Wind und Wellen an Schlössern vorbei

Als dann nun die Barke aufgebaut und bepackt war und auch der Doppelzweier zu Wasser gelassen wurde, konnte die Fahrt losgehen. Und obwohl das Wetter zu wünschen übrig ließ – es weiterhin sehr windig war und dadurch die Elbe sehr wellig – kamen wir dank ihrer Strömung gut voran. Oft hieß es „einbändseln“ und so schweifte der Blick nach backbord und steuerbord, hinauf zu Schlössern (Königstein) und Weinbergen.

Nach dem Mittag durchs Dresdner Stadt-Panorama

Mittagspause gab es im Pirnaer Ruderverein, dort konnten wir endlich unseren Traditionskasseler, Kuchen und Obst essen. Es war reichlich da.

Kurzerhand wurde wieder alles in die Boote verstaut und die Steuermänner und -frauen warm eingepackt. Nun kam ein weiterer wunderschöner Abschnitt unserer Elbtour. Vorbei ging es am Schloss und Park Pillnitz sowie an vielen Dresdener Rudervereinen und unter dem „Blauen Wunder“ durch. Die Dresdener Skyline kam so langsam näher, somit häufte sich aber auch der Dampfschiffsverkehr, welcher zusätzlich zu den schon vorhandenen Wellen noch mehr Wellen machte. Das hielt uns aber nicht ab, diese herrlichen Sehenswürdigkeiten wie den „Balkon Europas“, im Hintergrund die Frauenkirche und die Semperoper zu genießen.

Ein Tag ist geschafft

Nach so vielen tollen optischen Eindrücken tat das Wetter alles, um die Stimmung in den Booten wieder zu drücken. Es fing an zu regnen, und nach so vielen geruderten Kilometern wollten wir dann doch nur noch am Tagesziel, dem Radebeuler Bootshaus, ankommen. Nachdem am Bootshaus die Boote ordentlich gesichert und alle Sachen verstaut waren und wir uns gestriegelt und geputzt hatten, ließen wir den Abend bei Speis und Trank im Restaurant „Dampfschiff“ ausklingen. Wir nutzen diese Gelegenheit, uns gebührlich von Jendro zu verabschieden, da er uns am Sonntag leider nicht weiter begleiten konnte.

Ein zweiter Tag im Sonnenschein

Sonntag durften wir alle etwas länger schlafen, da die zu rudernde Strecke nicht so lang war, und wir auch gleich vom Bootshaus aus ablegen konnten. Für Jendro kam heute Uwe ins Boot. Kaum hatten wir ein paar Kilometer hinter uns gebracht, kam uns ein Schaufelraddampfer entgegen, der manchen unserer schon Elbe-erfahrenen Ruderern Schweiß auf die Stirn trieb. Denn aus deren Erfahrung heraus macht die „Elbe Princesse“ eine riesige Welle und brachte schon so einige Boote zum Kentern. Aber wir blieben dank der Barke und den hervorragenden Steuerkünsten von Axel trocken und konnten unsere Fahrt fortsetzen. Im Übrigen hatten wir heute Kaiserwetter und konnten teilweise im T-Shirt rudern. Wir durchruderten Meißen, vorbei an der Albrechtsburg. Da das Wetter so schön war und die Dampfschifffahrt auch nachließ, bändselten wir häufig ein, genossen die Landschaft bei selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Tee und ließen uns treiben.

Alles hat ein Ende...

In Riesa angekommen, trafen wir wieder auf unseren Taxifahrer, der die Barke mit Manneskraft und Seilwinde aus dem Wasser zog. Nachdem wieder alles verstaut und gesichert war, konnten wir unsere Heimreise zum Radebeuler Bootshaus antreten.

Alles in allem war es ein wunderbares Wochenende! Vielen Dank an alle OrganisatorInnen, KuchenbäckerInnen, die Kasslerköchin, EinkäuferInnen, AutofahrerInnen und RudererInnen. Auf Bald und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

Zurück